Im April 2024 ist der seit 1984 alljährliche Waldzustandsbericht veröffentlicht worden. Hier werden stichprobenhafte Erhebungen der Baumgesundheit, Arten- und Bestandsstruktur sowie Altersstruktur durch die Bundesländer in einem Bericht zusammengefasst. Die Veränderungen zu den Vorjahren werden hier bewertet und fließen in forst- und umweltpolitische Entscheidungen ein.
Eine Haupterkenntnis ist, dass nur 20% aller Bäume keine Kronenschäden haben. Eine Kronenverlichtung korreliert dabei direkt mit der Gesundheit der Bäume. Lediglich bei den Kiefern gab es gegenüber dem Vorjahr hier leichte Verbesserungen. Das bedeutet, dass das zu den Vorjahren vergleichsweise niederschlagsreiche Jahr 2023 den Wasserhalt der Böden nicht ausreichend verbessert hat. Denn Standortbedingungen (Wasserhaushalt, Bodenart, Nährstoffvorkommen etc.) sind ein wesentlicher Faktor für den Zustand der Wälder. Das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren ist dabei sehr komplex, hier wirken zusätzlich die Altersstruktur und die Veranlagung bzw. Angepasstheit der einzelnen Arten, derzeitige und frühere Bewirtschaftungsschwerpunkte, das Auftreten von Schadorganismen, der Eintrag von Luftschadstoffen und vieles mehr ein.
Es wurden 38 verschiedene Baumarten erfasst. Unsere Wälder werden dabei wie zuvor mit ungefähr 80 % durch die vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche geprägt.
73 % aller Bäume sind älter als 60 Jahre. Das ist demographisch etwas ungünstig, da vor allem ältere Bäume weniger plastisch auf äußere Einflüsse wie Wassermangel, menschliche Immissionen oder Kalamitäten reagieren können.
Im Vorwort des Berichtes schreibt unser Bundesminister Cem Özdemir: „Hauptursache für diese fatale Entwicklung sind die Auswirkungen der Klimakrise. Sie hat sich weiter verschärft
und trifft die Wälder besonders hart.“ Es fehlt also leider an Selbstreflexion, dass die Wälder seit Jahrzehnten nicht auf den Klimawandel durch Umbau mit hohem Strukturreichtum (vor allem Altersstruktur und Artenzusammensetzung) vorbereitet worden sind. Zur Erinnerung, der Club of Rome hatte bereits in den 80er Jahren mit der Schrift „Die Grenzen des Wachstums“ auf die kommende Klimakrise hingewiesen.
Der Waldzustandsbericht zum Nachlesen:
(Carsten Friedrich)