Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des RV NABU Halle-Saalkreis ist es, unsere Verwaltungen auf Missstände im Rahmen der Flächennutzung und Bauplanungen hinzuweisen. Diese Arbeit ist sehr zeitintensiv und vor allem durch rechtliche Rahmenbedingungen geprägt. Wir möchten deshalb unseren Mitgliederkreis aufrufen, unsere Arbeit hier zu unterstützen. Wir werden über viele Probleme informiert, sind aber durch eine viel zu kleine Gruppe von Aktiven nicht in der Lage, hier adäquat und zeitnah zu reagieren.
Dennoch veröffentlichen wir regelmäßig Pressemitteilungen und Stellungnahmen. Im ersten Halbjahr 2024 haben wir zum Beispiel mit den Stadtfraktionen über umweltpolitische Themen diskutiert. Eine wichtige Anfrage der Stadtbeiräte war hierbei der weitere Umgang mit den Steinschüttungen an der Saale. Hier hat unser Regionalverband klar den Standpunkt vertreten, dass die Steinschüttungen zurückgebaut werden müssen, da diese die natürliche Dynamik des Flussufers stark einschränken. Die Stadtverwaltung hat nach rechtlichem Druck durch den NABU und den BUND bisher lediglich den Weiterbau der Schüttungen gestoppt.
Außerdem fällt in den letzten Monaten vermehrt auf, dass unsere Stadtverwaltung die Reduzierung von Grünflächen und vor allem etablierten Stadtbäumen im Stadtgebiet genehmigt und damit vorantreibt. Hier werden private Bauaktivitäten dem Wohle und der Gesundheit der Stadtbewohner vorgezogen. Nachdem konstruktive Hinweise unseres Regionalverbandes im Jahre 2023 keinerlei Wirkung zeigten, haben wir im ersten Halbjahr mit einer ‚Todesanzeige‘ gegen die teils massiven Eingriffe bzw. Fällungen protestiert.
Auch in den Gebieten im Saalekreis verfolgen wir Missstände. So haben wir sogenannte „forst-gesundheitliche Maßnahmen“ im Raum Petersberg beschränken können. Hier waren besonders die Brutgebiete unserer Milanvorkommen durch Fällung alter Eichen gefährdet.
Außerdem versuchen wir seit Jahren Maßnahmen für eine nachhaltige Stadtentwicklung anzuregen. So sollen bei der Nutzung von Solarenergie vor allem bereits versiegelte Flächen wie Gewerbegebiete, Dächer und auch Fassaden bei Neubau) verwendet werden, anstatt Grünflächen zu überdecken. Hier ist auch eine Kombination mit Dachbegrünung durchaus sinnvoll. In diesem Jahr haben wir einen offenen Brief zum Aufruf einer „Schwammstadt“ an unsere Stadt geschrieben. Hier sollen möglichst viele Wasserfässer Wasser von Dachflächen speichern, was die Wasserlast bei Starkregen senkt und zugleich Wasserdepots für trockene Zeiten bildet.
Unsere Stadtverwaltung ist hier leider von starkem Konservativismus geprägt, lehnt sich nach Aussage aufgrund des starken Eigentumsrechts zurück, anstatt hier mit den Eigentümern in Kommunikation zu gehen und ggf. solche Aktivitäten zu fördern (zum Beispiel durch Steuervorteile etc.).
(Carsten Friedrich)